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Vorsicht bei Schnee und Eis!

Gegenwärtig haben Schnee und Eis ganz Deutschland fest im Griff und viele Gebiete lagen am heutigen Mittwoch (23.01.2019) unter einer glitzernden Schnee- und Eisdecke.

Was bei Kindern für strahlende Augen sorgt, führt bei manch einem Autofahrer aber eher zu Besorgnis.

Dies gilt insbesondere dann, wenn das Unfallrisiko auf nicht oder schlecht geräumten Straßen erhöht ist oder bereits ein Unfall stattgefunden hat (siehe hierzu auch: Vorsicht bei Glatteis! Zur Haftungsverteilung bei Unfällen auf vereisten Straßen).

Die Bereifung spielt eine wichtige Rolle.

Kommt es aufgrund unangemessener Bereifung zu einem Unfall, kann dies als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden. Die Nutzung von Sommerreifen im Winter ist zwar nicht zwingend grob fahrlässig.

Allerdings kann der Ersatzanspruch sowohl in der Kasko- (vgl. OLG Frankfurt/Main vom 10.07.2003, Az.: 3 U 189/02) als auch in der Haftpflichtversicherung (vgl. AG Trier vom 21.03.1986, Az.: 6 C 220/85) eingeschränkt sein, wenn sich herausstellt, dass der Unfall auf ungeeignete Reifen zurückzuführen ist oder dass diese zumindest eine Rolle gespielt haben. Die Verwendung von geeigneten, den Witterungsverhältnissen angepassten Reifen ist dem vorzuziehen.

Wenn ein Unfall auf nicht angepasster Bereifung beruht, ist mit 120 Euro Bußgeld und einem Punkt im Fahreignungsregister zu rechnen. Ansonsten drohen bei einer polizeilichen Kontrolle ein Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister.

Was ist noch zu beachten?

Autos sind vor Fahrtantritt von Schnee und Eis zu befreien. Dies gilt nicht nur für die Beleuchtungseinrichtungen und das Dach. Insbesondere müssen die Scheiben eine freie Sicht gewährleisten. Das berühmte „Guckloch“ reicht nicht. Wer losfährt, obwohl die Sicht auf Grund der Vereisung der Frontscheibe erheblich behindert ist, muss bei einem Unfall mit einer Verminderung seiner Ersatzansprüche rechnen (z.B. AG Wiesbaden, Urt. v. 17.12.2008, Az. 92 C 1505/08).

Wer den Motor laufen lässt, während er sein Auto von Schnee und Eis befreit, verursacht nicht nur unnötigen Lärm und vermeidbare Abgase (§ 30 StVO). Er riskiert auch ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro und im Extremfall einen Motorschaden. Abgesehen davon, erwärmt sich der Motor im Fahrbetrieb ohnehin schneller.

Die Geschwindigkeit ist den Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnissen anzupassen, so dass ein Anhalten innerhalb der übersehbaren Strecke möglich ist. 

 

Bild: Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss

 

 

 

 

23.01.2019

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