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Verurteilung nach Beleidigung und Handyfoto am Unfallort - Zum Verfahren vor dem Amtsgericht Lüdenscheid, Az.: 51 Cs 91/17 v. 21.08.2017

Am 30.03.2017 verunglückte in der Nottebohmstraße in Lüdenscheid eine Rollerfahrerin und der Rettungsdienst eilte zum Unfallort. Da die Frau zwar am Boden lag aber glücklicherweise unverletzt war, konnten die Sanitäter sich darauf beschränken, die Einsatzstelle zu absichern. Als ein Autofahrer die am Boden liegende Frau mit seinem Handy fotografierte, forderte ein Rettungssanitäter ihn auf, die Bilder zu löschen. Dieser Bitte kam der Autofahrer jedoch nicht nach. Stattdessen begann er offenbar den Rettungssanitäter in bedrohlicher Weise zu beleidigen. Dieser rief die Polizei und erstattete Strafanzeige.

Der Autofahrer erhielt einen Strafbefehl in Höhe von 1000 Euro und legte Widerspruch ein, über den am 21.08.2017 vor dem Amtsgericht Lüdenscheid verhandelt wurde. Im Gegensatz zum Täter, der die Tat nach wie vor bestreitet, war der Richter aber zumindest von der Vollendung des Tatbestandes der Beleidigung nach § 185 StGB überzeugt. Der Strafbefehl wurde zwar auf 800 Euro reduziert, ansonsten aber aufrechterhalten.

Das Fotografieren an Unfallort kann erhebliche Folgen nach sich ziehen

Der Täter ist damit zwar nicht glücklich, kann aber dennoch von Glück reden.

Immerhin ist ihm eine Verurteilung nach § 201a StGB erspart geblieben. Denn wer eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt“, muss mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass derjenige, der einen Unfallort passiert und fotografiert oder filmt, statt zu helfen, sich zudem der unterlassenen Hilfeleistung nach § 323c StGB strafbar machen und sowohl mit einem Bußgeld als auch einem Punkt im Verkehrszentralregister belegt werden kann.

24.08.2017

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