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Träum was Schönes! – Aber bitte nicht am Steuer eines Kraftfahrzeugs!

Am Abend des 03.01.2018 ist es auf der A4 im Bereich Sättelstädt zu einem nicht unerheblichen Unfall gekommen. Der Fahrer eines PKWs war am Steuer seines Fahrzeugs wegen Übermüdung eingeschlafen und danach von hinten auf einen LKW aufgefahren. Das Fahrzeug verkeilte sich mit dem Sattelanhänger des LKWs und wurde mitgeschleift. Augenzeugen des Unfalls berichteten später, der PKW-Fahrer wäre schlaftrunken aus seinem noch rollenden Fahrzeug ausgestiegen und auf der Autobahn zu Fall gekommen. Dabei verletzte sich der PKW-Fahrer schwer und musste in ein Krankenhaus verbracht werden. Zusätzlich entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von 15.000 Euro.

Müdigkeit – Ein häufig unterschätztes Unfallrisiko

Im Straßenverkehr reicht es zur Verursachung eines schweren Unfalls bereits aus, wenn der Fahrzeugführer wenige Sekunden nicht auf den Fahrvorgang konzentriert ist. Aus diesem Grund führt häufig bereits ein ungewolltes, plötzliches Einnicken für mehrere Sekunden aufgrund einer Müdigkeitsattacke - allgemein als „Sekundenschlaf“ bezeichnet - zu schweren Verkehrsunfällen, im schlimmsten Fall mit Todesfolge.

Da monotone Tätigkeiten die Müdigkeit zusätzlich fördern, sind die täglichen Fahrten von der Arbeit oder zur Arbeit und besonders lange Fahrten ohne zwischenzeitliche Fahrtunterbrechungen besonders gefährlich. Werden diese Fahrten in den frühen Morgenstunden oder zur Nachtzeit vorgenommen, steigt das Risiko einer ungewollten plötzlichen Müdigkeitsattacke enorm an.

Aber auch dann, wenn es nicht zum „Sekundenschlaf“ kommt, führt ein Fahrtantritt im übermüdeten Zustand zu einem enormen Sicherheitsrisiko. Stark übermüdete Fahrer verfügen, wie alkoholisierte Fahrer, nur noch über eine erheblich verminderte Reaktionsfähigkeit. Ist eine Person beispielhaft über einen Zeitraum von über 24 Stunden ohne Schlaf, dann ist der Zustand dieser Person vergleichbar mit einer Person, die alkoholbedingt eine Blutalkoholkonzentration von 1,0 Promille aufweist.

Rechtliche Konsequenzen

Kommt es im Falle einer Müdigkeitsattacke zu einem Verkehrsunfall, drohen strafrechtliche Konsequenzen für den Fahrer. In Betracht kommt grundsätzlich § 315 c StGB. Nach dieser Norm ist verantwortlich, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen. Im Fall der Verurteilung wegen Fahrlässigkeit droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Weiterhin wird der Strafrichter im Falle der Verurteilung dem verantwortlichen Fahrer zusätzlich auch den Führerschein nach § 69 StGB entziehen.

Führt der verursachte Unfall sogar zu einer Verletzung oder Tötung einer unfallbeteiligten Person, dann muss der Fahrer mit einer Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung rechnen. Im Falle der fahrlässigen Tötung droht dem Fahrer eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Die regelmäßig mitverwirklichte Sachbeschädigung tritt im Wege der Gesetzeskonkurrenz hinter den vorgenannten Delikten zurück.

Daneben kann dem unfallverursachenden Fahrer ggf. auch noch Ärger mit der eigenen KFZ-Haftpflichtversicherung drohen. Diese wird z.B. im Bereich der Vollkasko voraussichtlich die Regulierung der am Fahrzeug des Unfallverursachers eingetretenen Schäden ablehnen.

In dem eingangs geschilderten Fall muss der verantwortliche Fahrer mit der Einleitung eines Strafverfahrens (§ 315 c StGB) und im Falle der Verurteilung mit der Entziehung seiner Fahrerlaubnis rechnen.

Kanzlei Voigt Praxistipp:

Kommt es infolge von Sekundenschlaf zu einem Unfall, sollte dringend sofort anwaltlicher Rat eingeholt werden, da es regelmäßig zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Fahrer kommen und im Falle der Verurteilung das Gericht gleichzeitig eine Fahrerlaubnisentziehung anordnen wird. Das auf Verkehrsrecht spezialisierte Anwaltsteam der ETL Kanzlei Voigt steht Ihnen mit seiner langjährigen Erfahrung gerne beratend zur Seite. Nehmen Sie im Ernstfall zu Ihrer eigenen Sicherheit Kontakt zu uns auf!

08.01.2018

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