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Verkehr & Recht

Schöne Bescherung: Hoverboard im öffentlichen Verkehrsraum

Die Feiertage rücken näher und technische Neuheiten wie das Hoverboard stehen auf zahlreichen Wunschzetteln. Aber: Nicht nur die Steuerung von Hoverboards hat ihre Tücken! Das Amtsgericht Düsseldorf verhängte im ersten bekannt gewordenen Verfahren gegen einen Hoverboard-Fahrer eine saftige Geldstrafe zur Bewährung.

Was war passiert?

Der Düsseldorfer war mit seinem Hoverboard auf einem Bürgersteig unterwegs, als ihn Polizeibeamte anhielten. Im weiteren Zuge flatterte dem Hoverboard-Fahrer einen Strafbefehl in Höhe von 1.200 Euro ins Haus. Dagegen legte er Widerspruch ein. Das Gericht war etwas milder und verhängte gegen ihn eine Geldstrafe in Höhe von 450 Euro zur Bewährung.

Die Problematik

High-Tech Geräte wie Hoverboard, E-Board oder Mini-Segway werden mit einem Motor betrieben erreichen Geschwindigkeiten von mehr als sechs Stundenkilometern. Damit sie auf öffentlichen Straßen und Gehwegen gefahren werden dürfen, müssten sie über eine Zulassung verfügen. Weil sie jedoch sehr kompakt gebaut sind und die Steuerung nur über die Gewichtsverlagerung erfolgt, verfügen sie – anders als Segways – nicht über die nötigen Brems- und Lenkvorrichtungen.

Hinzu kommt, dass das Hoverboard – weil es mit Motorkraft fährt und eine Geschwindigkeit über 6 km/h erreichen kann – als Kraftfahrzeug gilt. Als solches unterliegt es der Versicherungspflicht. Unser Hoverboard-Fahrer war jedoch mit einem nicht versicherten Fahrzeug unterwegs. Das Gericht hat ihn daher des fahrlässigen Gebrauchs eines unversicherten Kraftfahrzeugs schuldig gesprochen.

Zumindest konnte der Fahrer einen gültigen Führerschein vorlegen. Daher war er – anders als in der Anklage vorgeworfen – nicht ohne Fahrerlaubnis unterwegs gewesen.

Der Bußgeldprofi-Tipp

Auch wenn eine Spritztour noch so verführerisch erscheint, sollten Hoverboards nur auf Privatgelände genutzt werden. Andernfalls kann es – wie im vorliegenden Fall – teuer werden. Wer der Verführung nicht widerstehen kann, sollte zumindest mit seiner privaten Haftpflichtversicherung abklären, ob etwaige Schäden abgedeckt sind. In der Regel sind solche Fälle vom Versicherungsschutz nicht erfasst. Kommt bei der Spritztour nämlich jemand zu Schaden, muss dieser dann aus der eigenen Tasche gezahlt werden.

25.11.2016

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