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Special One

Rote Ampel überfahren

Die Special One-Reihe der Bußgeldprofis widmet sich ausgewählten Problemen und stellt „echte“ Fälle vor. Die Fortsetzung spielt ein Straßenverkehrsdelikt, für das eine kurze Unaufmerksamkeit genügt: Der Rotlichtverstoß.

Was ist passiert?

„Ich glaube ich wurde bei Rot geblitzt. Ich habe nur kurz nicht auf die Ampel geachtet, sondern auf meinen Vordermann, so dass ich nicht sicher bin. Die Linksabbiegerspur hatte auf jeden Fall Grün. In zwei Wochen endet meine Probezeit und es ist noch nichts gekommen. Was passiert nun mit meinem Führerschein? Und muss ich mit einer Verlängerung meiner Probezeit rechnen, auch wenn erst nach den zwei Wochen Post kommt?“

Das droht!

Bei dem geschilderten Sachverhalt könnte es sich um einen Rotlichtverstoß handeln. Könnte daher, weil bei einem Rotlichtverstoß zwei Aufnahmen gemacht werden: Die erste beim Überfahren der weißen Haltelinie, die zweite entweder beim Überfahren einer Induktionsschleife, die hinter der Haltelinie liegt, oder nach einer bestimmten Zeit. Denn: Nur so kann unterschieden werden, ob das Fahrzeug nur leicht über die Haltelinie gerollt ist und dann stehen blieb, oder der Fahrer tatsächlich bei Rot in den Kreuzungsbereich eingefahren ist – und letzteres hat Konsequenzen!

  1. Geldstrafe und Fahrerlaubnis: Je nachdem, wie lange die Ampel schon Rotlicht zeigte, wird unterschieden, welcher Verstoß vorliegt:

    • Einfacher Rotlichtverstoß: Wer eine rote Ampel überfährt, die noch keine ganze Sekunde Rotlicht zeigte, begeht einen sogenannten einfachen Rotlichtverstoß. Dafür muss er mit einem Bußgeld in Höhe von 90 € und einem Punkt rechnen.


    • Qualifizierter Rotlichtverstoß: War die Ampel dagegen bereits eine Sekunde oder länger Rot, liegt ein sogenannter qualifizierter Rotlichtverstoß vor. Der Fahrer muss dann mit 200 € Bußgeld, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen.

      Im Einzelfall kann unter bestimmten Umständen von einem Fahrverbot abgesehen werden. Ein blindes Verlassen auf den Vordermann oder die anderen Verkehrsteilnehmer ist dafür jedoch nicht ausreichend.

  2. Probezeit: Während der Probezeit wird zwischen A- und B-Verstößen unterschieden.
    Zum A-Verstoß zählt beispielsweise Fahren unter Einfluss von Alkohol oder Drogen, Überholen im Überholverbot, Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h oder mehr und der Rotlichtverstoß.
    Ein B-Verstoß liegt zum Beispiel beim berühmten Handy am Steuer vor.
    Ist es der erste A-Verstoß in der Probezeit, so verlängert sich nicht nur die Probezeit um zwei Jahre. Zu der Probezeitverlängerung kommt noch die verpflichtende Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 500 €.
    Entscheidend ist dabei nicht, wann der Bußgeldbescheid kommt oder die Verurteilung erfolgt, sondern wann der Verstoß begangen wurde – also die Tatzeit. Also auch, wenn die Probezeit um ist, wenn der Bescheid von der Behörde ankommt, Verlängert sich die Probezeit.

Der Bußgeldprofi-Tipp

Im Straßenverkehr ist zunächst jeder für sein Fahrverhalten verantwortlich. Daher nie auf das Fahrverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen. Vor allem an mehrspurigen, beampelten Kreuzungen kommt es vor, dass der Nachbar aus der Spur rechts oder links anfährt – weil seine Ampel tatsächlich auf Grün geschaltet hat, während die eigene Ampel Rot zeigt. Um einen guten Verkehrsfluss zu gewährleisten, sind die Spuren unterschiedlich geschaltet. Entscheidend ist, was die Ampel der eigenen Spur anzeigt.

07.12.2016

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