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Verkehr & Recht

Restalkohol am Morgen danach…

Ob Weihnachtsfeier oder Weihnachtsmarkt: Wer sich am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend ans Steuer setzt, könnte noch Restalkohol im Körper haben und damit ernsthafte Konsequenzen riskieren. Was ist also zu beachten?

Wieviel ist zu viel?

Wer am Abend ins Glas schaut, setzt sich in der Regel nicht mehr hinters Steuer. Doch auch am nächsten Morgen ist derjenige nicht zwingend wieder im Stande ein Fahrzeug zu führen. Je nachdem wieviel Alkohol am Vorabend getrunken wurde, ist dieser - vor allem nach einer kurzen Nacht - noch nicht vollständig abgebaut.

Wann darf wieder gefahren werden?

Wann der Restalkohol wieder abgebaut wurde, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen bestimmt die Alkoholmenge, die getrunken wurde, welcher Alkoholpegel erreicht wird. Zum anderen hängt die damit erreichte Blutalkoholkonzentration (BAK) auch von Faktoren wie der Größe, dem Geschlecht oder dem Gewicht ab. So kann bereits eine Tasse Glühwein bei einem 80 kg schweren Mann zu 0,2 Promille führen. Die selbe Tasse kann für eine 60 kg schweren Frau bereits 0,36 Promille bedeuten. Entscheidend ist auch die Frage, wann das letzte alkoholische Getränk konsumiert wurde.

Eine pauschale Antwort auf die Frage wann konkret wieder gefahren werden darf, lässt sich daher nicht geben. In jedem Fall sollte nicht auf vermeintliche „Hausmittel“ vertraut werden, die angeblich beim Alkoholabbau helfen sollen. Weder Kaffee, noch frische Luft oder sonstige „Tricks“ beschleunigen den Abbau. Wissenschaftlich liegt dieser zwischen 0,1 und 0,2 Promille pro Stunde. Es sollte daher ausreichend Zeit zwischen Trinken und Autofahren liegen.

Welche Konsequenzen drohen?

Die meisten Autofahrer kennen zwar die 0,5 Promille-Grenze. Wird diese am Steuer überschritten, drohen mindestens 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Bei erstmaligen Wiederholungstätern verdoppelt sich das Bußgeld auf 1.000 Euro und auch das Fahrverbot steigt auf drei Monate.

Doch auch mit 0,3 Promille im Blut können ernsthafte Konsequenzen drohen, wenn Ausfallerscheinungen hinzukommen. In solchen Fällen ist auch unterhalb der 0,5 Promille mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren zu rechnen. Besonders tückisch ist der Restalkohol für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren. Für sie gilt die 0,0 Promille-Grenze. Hier ist also besondere Vorsicht am Morgen nach einer Feier geboten.

Ab 1,1 Promille wird absolute Fahruntüchtigkeit angenommen. Dann wird der Verstoß als Straftat verfolgt. In diesen Fällen kann neben einer Geld- oder Freiheitsstrafe, die Entziehung der Fahrerlaubnis oder eine isolierte Sperre drohen.

Kanzlei Voigt Praxistipp

Wer sich am nächsten Morgen nach einer feucht-fröhlichen Feier oder einem ausgiebigen Besuch am Glühweinstand hinter das Steuer setzt, sollte sich sicher sein wieder fahrtüchtig zu sein. Restalkohol kann tückisch sein, weil er nicht mehr so berauschend erscheint wie am Abend zuvor. Dennoch ist er nicht zu unterschätzen. Wer sicher gehen will, beschränkt sich entweder am Vorabend mit dem Alkoholkonsum oder lässt am nächsten Morgen den Wagen stehen.

07.12.2019

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