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Verkehr & Recht

Polizei Düsseldorf geht gezielt gegen Tuning-Szene vor

„Auffallen um jeden Preis“ wollen Tuner mit ihren Fahrzeugen. Dies kann allerdings auch nach hinten losgehen, wie die Düsseldorfer Polizei mit der gezielten Kontrollaktion der AG Tuning wirkungsvoll belegte. Binnen sechs Stunden, die die Aktion Mitte Oktober dauerte, fertigten die Beamten 28 Ordnungswidrigkeiten- und drei Strafanzeigen. Fünf der 36 überprüften Fahrzeuge wurden sogar aus dem Verkehr gezogen.

Lauter als die Polizei erlaubt

Dass die zwölf Zylinder eines Ferrari F12 anders klingen als der 1,6 Liter Motor eines Kleinwagens, dürfte bekannt sein. Aber mit den richtigen Tricks lässt sich auch einem Kleinwagen ein kräftiger Sound entlocken. Für mehr Schein als Sein modifiziert so mancher Fahrzeugliebhaber daher die Abgasanlage seines Wagens. Mitunter werden auch sogenannte Soundgeneratoren verbaut, die einem Kleinwagen z.B. den Sound eines großvolumigen SUV verleihen. Doch wer am Schalldämpfer oder dem Endrohr seiner Auspuffanlage bastelt, sollte sich an die gesetzlichen Regeln halten.

Wird der Wagen durch das Tuning zu laut, drohen 10 Euro Bußgeld. Das dürften der Fahrer eines Mercedes AMG GT, der mit geöffneten Auspuffklappen fuhr, und der Fahrer eines entsprechend technisch veränderten 3er BMWs gemerkt haben.

Auffallen ja – aber nicht ohne Fahrerlaubnis

Für den Fahrer des AMG dürfte das „Auffallen um jeden Preis“ besonders teuer geworden sein. Bei der Kontrolle stellten die Beamten fest, dass er aufgrund einer Entziehung ohne Fahrerlaubnis unterwegs war. Ihm dürften eine Geldstrafe oder gar Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr drohen.

Frisieren nur mit zugelassenen Teilen

Werden für das Tuning Teile verwendet, die weder über eine ABE noch Bauartgenehmigung verfügen, drohen 10 Euro Bußgeld. Hinzu kommt, dass die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges insgesamt erlöschen kann. In diesem Fall drohenden 50 Euro. Zudem kann die Polizei die Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, wie dies bei der Aktion bei zwei BMW, einem Chevrolet, einem Mercedes und einer Harley-Davidson erfolgt ist. Die erneute Inbetriebnahme ist erst dann wieder möglich, wenn ein Prüfzeugnis bestätigt, dass beim Einbau der Teile alle Vorschriften eingehalten wurden.

„Not macht erfinderisch“

Das Kurioseste, mit dem sich die Polizei gegen Ende des Einsatzes befassen musste, war ein Chevrolet Camaro. Einem Beamten fiel auf, dass der Flitzer ohne vorderes Kennzeichen unterwegs war. Als der Wagen zwecks Kontrolle angehalten wurde, war es jedoch plötzlich da. Der Fahrzeugbesitzer hatte nicht bloß ein Rollo eingebaut, das das Kennzeichen verdeckte. Vielmehr hatte er den Kennzeichenhalter so manipuliert, dass dieser mittels Fernbedienung ein- und ausgeklappt werden konnte.

Kanzlei Voigt Praxistipp

So mancher Fahrzeugliebhaber steckt eine Menge Geld, Zeit und Mühe in sein Fahrzeug. Doch nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch gesetzlich erlaubt. Wenn Sie Ihren Wagen ein wenig aufmotzen möchten, sollten Sie - bei fehlender Sachkunde - lieber einen Fachmann hinzuziehen und darauf achten, dass die Bauteile auch über eine ABE verfügen. Dasselbe gilt bei eigenhändiger Montage - andernfalls kann es teuer und nervenaufreibend werden. Wer sicher gehen will, sollte über den Einbau ein Prüfgutachten erstellen und die Änderungen in die Fahrzeugpapieren eintragen lassen.

Sollte wider Erwarten dennoch ein Problem auftauchen, helfen Ihnen die erfahrenen Rechtsanwälte der ETL Kanzlei Voigt gerne weiter.

(Quelle: Pressemitteilung der Polizei Düsseldorf)

06.11.2018

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