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Mit diesen Konsequenzen müssen Sie rechnen, wenn Sie betrunken Fahrradfahren!

Welche Konsequenzen drohen, wenn man betrunken Fahrrad fährt, fragte jüngst ein Student aus einer Uni-Stadt die Bußgeldprofis. Nachfolgend die fünf bittersten Konsequenzen, mit denen Sie rechnen müssen, wenn Sie alkoholisiert Fahrradfahren.

Eine große Landeshauptstadt in Deutschland – nennen wir Sie mal Stadt X – hat genaue Vorstellungen davon und verschickt  „Bescheide“ mit folgendem Inhalt:

  1. Die Fahrerlaubnis aller im Besitz befindlicher Klassen wird entzogen.
  2. Das Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen wird untersagt.
  3. Wenn der Führerschein nicht innerhalb von einer dreiwöchigen Frist abgegeben wird, drohen 250 EUR Zwangsgeld.
  4. Die Kosten des Verfahrens betragen 100 EUR.

Tja, das ist ja eine Ansage. Allerdings auch kein Einzelfall in Deutschland, sondern die Regel. Im Einzelnen würde das bedeuten: Kein Fahrradfahren mehr, Auto-, Motorrad und LKW fahren geht auch nicht (Führerschein muss ja abgegeben werden) und 100 EUR auf das Konto der Stadtkasse. Doch leider bleibt es häufig nicht dabei, die Folgekosten sind erheblich.

Nachfolgend daher die fünf bittersten Konsequenzen, mit denen Sie rechnen müssen, wenn Sie alkoholisiert Fahrrad fahren:

  1. Strafanzeige wegen „fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr“, Punkte und Geldstrafe

    Im oben genannten Fall wurde der junge Mann wegen „fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr“ vor dem Amtsgericht verurteilt. Hintergrund der Verurteilung war die Tatsache, dass er mit 1,69 Promille auf seinem Fahrrad erwischt worden war.

    Grundsätzlich kann ab 0,3 Promille und mehr bei auffälliger Fahrweise als Konsequenz eine Strafanzeige, eine Geldstrafe und Punkte drohen. Dies gilt auch, wenn man unter Drogeneinfluss Fahrrad gefahren ist. Zudem kann man zur medizinisch-psychologischen Untersuchung gebeten werden.

    Ab 1,6 Promille liegt eine absolute Fahruntauglichkeit vor. Das heißt dann, dass man eine Straftat begeht, wenn man alkoholisiert Fahrrad fährt.

  2. Ab zum medizinisch-psychologischem Gutachten

    Um zu klären, ob man zum Führen von Kraftfahrzeugen oder zum Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen ungeeignet ist, kann die Fahrerlaubnisbehörde anordnen, dass sich der betroffene Kandidat einem medizinisch-psychologischen Gutachten unterzieht. Achtung: Es handelt sich hierbei um eine sogenannte „Kann“-Vorschrift: Das heißt, die Behörde kann, muss aber nicht. Ausnahme: Ab 1,6 Promille oder einer Atem-Alkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr „ist“ ein Gutachten anzuordnen.

    Dieses Gutachten soll dazu dienen, herauszufinden, ob ein Alkoholmissbrauch oder eine nicht als überwunden anzusehende Alkoholabhängigkeit bei dem Kandidaten vorliegt. Verweigert sich der Kandidat, ist die Sache für die Behörde meist klar: Die oben genannten Konsequenzen werden umgesetzt.

  3. Entzug der Fahrerlaubnis für alle im Besitz befindlicher Klassen

    Da die Stadt X im vorliegenden Fall nicht den Eindruck hatte, dass es sich bei der Trunkenheitsfahrt um eine Ausnahme gehandelt habe, ergab sich für diese erhebliche Zweifel an der Fahreignung, sowohl bezüglich der Eignung zum Führen fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge (also dem Fahrrad) als auch beim Führen von führerscheinpflichtigen Fahrzeugen (sprich Auto, Motorrad oder LKW). Mit der Entziehung ist die Fahrerlaubnis erloschen. In dem Zeitpunkt, wo man den Bescheid erhält, darf man kein fahrerlaubnispflichtiges oder -freies Fahrzeug mehr im Straßenverkehr führen. Tut man es dennoch, macht man sich wegen „eines Vergehens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis bzw. einer Ordnungswidrigkeit bezüglich des Führens eines Fahrzeugs trotz Untersagung“ schuldig.

  4. Unbefristetes Radfahrverbot kann ausgesprochen werden

    Das Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen kann untersagt werden. Das bedeutet, dass auch das Fahrradfahren unbefristet untersagt werden kann.

  5. Kosten des Verfahrens müssen bezahlt werden

    Die Kosten des Verfahrens trägt der Betroffene. Er muss innerhalb eines Monats nach Zustellung des Bescheids den Betrag an die Stadtkasse zahlen.

Und danach…
Wie geht es danach weiter? Der Kandidat muss einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis und Aufhebung der Untersagung zum Führen fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge stellen. Das wiederrum sorgt für weiteren Ärger und weitere Kosten:

  • Viele Behörden verlangen, dass ein Sehtest, der beim Augenoptiker durchgeführt werden muss, durchgeführt werden muss. Natürlich auf eigene Kosten.

  • Das Antragsverfahren für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis und der Aufhebung der Untersagung zum Führen fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge kostet auch Geld.

  • Es muss ein Führungszeugnis eingereicht werden. Auch hier können Kosten entstehen.

  • Der Kandidat muss zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung. Auch diese Kosten liegen meist im höheren dreistelligen Betrag.

12.08.2016

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