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Lesen und beantworten von WhatsApp-Nachrichten während der Fahrt kann ins Gefängnis führen

Die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt ist grundsätzlich verboten. Dazu gehört auch das Lesen und Schreiben von WhatsApp-Nachrichten. Verursacht man dabei einen Unfall, und werden Menschen verletzt oder getötet, drohen schwere strafrechtliche Konsequenzen. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 4.08.2016, Az.: 4 StR 142/16) verdeutlicht dies.

Ungebremst in eine Gruppe mit zwei Radfahrern gefahren und dann einfach Fahrt fortgesetzt

Eine Autofahrerin hatte während einer Fahrt WhatsApp-Nachrichten gelesen und beantwortet. Dabei war sie mindestens neun Sekunden lang nicht auf das Verkehrsgeschehen vor ihr konzentriert. Auf gerader und übersichtlicher Strecke raste sie so ungebremst in eine Gruppe von zwei Rennradfahrern, wobei sie nacheinander beide mit der rechten Fahrzeugfront berührte. Das Auto wurde hierdurch beschädigt. Die Windschutzscheibe war unter anderem großflächig gesplittert, der rechte Außenspiegel abgerissen, mindestens ein Reifen rechts luftleer. Die Autofahrerin hielt an und setzte nach einem Blick in den Rückspiegel ihre Fahrt fort. Ob sie die im Gras am Straßenrand liegenden Fahrradfahrer gesehen hatte, blieb ungeklärt. Einer der Radfahrer verstarb später an seinen schweren Verletzungen.

Ergebnis: fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, versuchter Mord, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Der BGH bestätigt die vorherige Entscheidung des Landgerichts Stuttgart. Die Richter am Landgericht hatten die Autofahrerin wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort zu einer Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Vollstreckung wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der Fall zeigt, welche verheerenden Auswirkungen die Benutzung von Kommunikationsdiensten mittels eines Mobiltelefons haben kann. Während beim Telefonieren der Blick regelmäßig noch auf die Straße gerichtet ist, wendet der Nutzer den Blick bei Nutzung von Messenger vollständig von der Straße ab.

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28.10.2016

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