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Jeder Tropfen bringt Gewicht! - Was tun bei Überladung?

1 Liter Wasser wiegt 1 kg, und 900 Liter wiegen 900 kg. Ob ein Fahrzeug dieses Gewicht transportieren darf, ergibt sich aus der Zulassungsbescheinigung. Dort steht in Feld „G“ die „Masse des in Betrieb befindlichen Fahrzeugs“. Dieses setzt sich aus dem Gewicht des Fahrzeugs als solchem, dem standardisierten Gewicht des Fahrers (75 kg), dem des zu 90% befüllten Kraftstofftanks sowie Ersatzrad, Verbandskasten, Warndreieck und Bordwerkzeug zusammen. Die zulässige Gesamtmasse ist in Feld „F1“ bzw. „F2“ angegeben.

Wer also wissen will, wie viel er maximal laden darf, muss nur das Gewicht in „G“ von dem in „F1/F2“ abziehen. Wer zudem wirklich sicher und verkehrsgerecht unterwegs sein will, der sollte zusätzlich noch die, in den Feldern 7,1 - 7,3 bzw. 8,1 - 8 angegeben, Achslasten beachten. Und schließlich sollte er die Ladung auch angemessen verstauen und gegebenenfalls zusätzlich sichern. Wer das unterlässt und auffällt, läuft Gefahr aus dem Verkehr gezogen zu werden und Punkte zu kassieren.

Was war passiert?

Am 03.03.2017 gab es im Bereich von Laupheim (Baden-Württemberg) Mineralwasser besonders günstig zu kaufen. Für einen 22 jährigen Autofahrer war das Angebot derart attraktiv, dass er sich nicht nur mit ein oder zwei Kisten, sondern gleich mit 600 1,5 Liter Flaschen (= 900 kg Wasser) bevorratete. Mit diesem Einkauf und zwei Beifahrern beladen (2 x Standard 75 kg = 150 kg), machte er sich auf den Heimweg. Es ist davon auszugehen, dass die Fracht (1.050 kg, ohne Flaschen und Umverpackung) nicht nur zur Überschreitung des höchst zulässigen Gesamtgewichts, sondern auch zu einer „besonderen Straßenlage“ des Fahrzeugs führte. Jedenfalls fiel es einer Polizeistreife auf. Die Beamten kontrollierten, staunten und untersagten die Weiterfahrt. Diese war erst möglich, nachdem die Ladung auf zwei weitere Fahrzeuge verteilt und dem Fahrer ein Bußgeldbescheid übergeben worden war. Mit Blick auf die anstehende Bau-, Garten- und Reisezeit, möchten wir das Thema „Überladung“ hier kurz beleuchten.

Welche Konsequenzen drohen bei Überladung?

Wie immer bei „variablen Tatbeständen“, so lautet die Antwort auch hier: Es kommt darauf an. Die Bandbreite reicht (bei folgenloser Fahrt) von dem Beamten, der es bei einer Ermahnung belässt und „ein Auge zudrückt“, bis hin zu Bußgeldern und Punkten. Bei Fahranfängern kann die Verlängerung der Probezeit um zwei weitere Jahre und die Teilnahme an einem Aufbauseminar hinzukommen. Bei gewerblich genutzten LKW ist in der Regel mit einem Gewinnabschöpfungsverfahren zu rechnen. Die Bußgelder sind gestaffelt. Bei Kraftfahrzeugen bis 7,5t zulässigem Gesamtgewicht beträgt die Spanne 10 - 235 €. Bei Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t sowie Kraftfahrzeugen mit Anhängern, deren zulässiges Gesamtgewicht 2 t übersteigt, beginnen die Regelsätze bei 30 € und enden bei 425 €. Bei LKW kommt, bei einer Überladung ab 5%, zusätzlich noch ein Punkt in Flensburg dazu. Bei PKW ist dies ab 20% der Fall.

Betroffen ist übrigens nicht nur der Fahrer, sondern auch derjenige, der die Inbetriebnahme eines überladenen Fahrzeugs anordnet oder zulässt. Wenn die Überladung zu einer Gefährdung des Straßenverkehrs oder gar einem Unfall führt, sind, abhängig vom jeweiligen Einzelfall, auch strafrechtliche Konsequenzen möglich.

In jedem Fall wird aber die Weiterfahrt untersagt, wenn das Fahrzeug erheblich überladen und die Verkehrssicherheit dadurch beeinträchtigt ist. Dann hilft nur Um- oder Abladen.

Die Themen Überladung und Ladungssicherheit sind übrigens auch Gegenstand des Legislativvorschlags (Celex-Nr. 52017PC0047) vom 01.02.2017, für eine RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Änderung der Richtlinie 2003/59/EG über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güter- oder Personenkraftverkehr und der Richtlinie 2006/126/EG über den Führerschein COM/2017/047 final - 2017/015 (COD).

Davon sollten Sie sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Anwälte der Kanzlei Voigt haben auch dies im Blick und stehen Ihnen kämpfend zur Seite, wenn es drauf ankommt. Denn egal, ob man Ihnen die Überladung Ihres Fahrzeugs vorwerfen, oder ob sie aus anderen Gründen zur Kasse bitten will: Wir setzen alles daran um zu verhindern, dass Ihr Bankkonto durch Bußgelder erleichtert oder Ihr „Flensburger- Konto“ mit Punkten beladen wird.

09.03.2017

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