• Hotline 0800-28774353 (0800-BUSSGELD)

Die Bußgeldprofis sind online!

Gelten die ADR-Vorschriften auch für den privaten Feuerwerkstransport?

Kaum sind die Weihnachtstage vorüber, laufen schon die Vorbereitungen für den Jahreswechsel. Aktuell zählen daher Grillfleisch und Ketchup sowie Böller und Raketen zu den Klassikern im Einkaufswagen. Dasselbe gilt für Gasflaschen, Spiritus oder Grillanzünder, die z.B. im Baumarkt gekauft und mit den übrigen Einkäufen nach Hause transportiert werden.

Wer sich für den normalen Hausgebrauch eindeckt, d.h. z.B. weniger als 250 Liter alkoholische Getränke (Alkoholgehalt zwischen 24 – 70 Vol.%) transportiert, braucht sich (prinzipiell) keine Gedanken zu machen.

Jedoch sollten die Zusammenladeverbote von explosiven Gefahrgüter (Klasse 1; Klassen 4.1 und 5.1 mit zusätzlichem Gefahrzettel 1) und Lebensmitteln selbst im privaten Bereich nicht völlig ignoriert werden. Denn abgesehen davon, dass niemand gerne kontaminierte Lebensmittel isst, gelten die Ausnahmen von der ADR nur, wenn das Gefahrgut in "einzelhandelsgerechter Verpackung" transportiert wird und ausschließlich zum persönlichen oder häuslichen Gebrauch, bzw. für Freizeit und Sport bestimmt ist. Zudem müssen ausreichende Maßnahmen getroffen worden sein, die einen Austritt des Inhalts unter normalen Beförderungsbedingungen verhindern.

Feuerwerk darf nicht ungeschützt transportiert werden

Feuerwerk sollte möglichst in der Verkaufsverpackung und im Kofferraum transportiert werden. Wer unverpackte Raketen oder Böller kauft oder die erworbenen vor Ort auspackt, z.B. um die Verpackung direkt zu entsorgen, muss die Vorschriften der ADR auch als Privatmann beachten. Ungeachtet dessen darf Feuerwerk der Klasse 1.4, zu der z.B. auch das Sylvesterknaller und -raketen zählen, nur dann im privaten Pkw transportiert werden, wenn das Nettogewicht (NEM) 50 kg nicht übersteigt. Dies dürfte allerdings eher die Ausnahme sein. Zudem sei darauf hingewiesen, dass Feuerwerk zur privaten Verwendung mit einer Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialprüfung (B.A.M.) versehen sein muss. Fehlt eine solche, drohen nicht nur erhebliche verletzungstechnische, sondern auch rechtliche Gefahren.

Die Ladungssicherungsvorschriften gelten auch für den Sylvestereinkauf

Dass eine Propangasflasche mit 11,2 kg Gesamtgewicht schwerste Verletzungen verursachen kann, wenn sie bei einem Unfall mit 50 km/h zu einem explosiven Geschoss mutiert und ein Aufprallgewicht von über 1000 kg besitzt, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Dass sich die Gefahr potenziert, wenn brennbare Gase oder Flüssigkeiten austreten oder Sprengstoffe sich entzünden können, leuchtet ebenfalls ein.
Die Ausnahmen für die Vorschriften über den Gefahrguttransport sind daher für die Ladungssicherung unbeachtlich. Wer dies nicht berücksichtigt und als Fahrzeugführer gefährliche Güter mit anderen Gütern befördert und diese unzureichend sichert oder verpackt, muss im Regelfall mit einer Geldbuße in Höhe von 300 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister rechnen.

Ergänzender Hinweis

Das Abbrennen von Sylvesterfeuerwerk der Kategorie 2 ist grundsätzlich nur am 31. Dezember sowie am 1. Januar erlaubt. Außerhalb dieses Zeitraums ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Wer das Feuerwerk vor dem Supermarkt auspackt, z.B. um es dort zu testen oder ungeprüftes Feuerwerk (z.B. sogenannte Polenböller) kauft, verstößt in der Regel gegen das Sprengstoffgesetz. Die drohenden Sanktionen reichen von Bußgeldern bis hin zu Freiheitsstrafen.

 

Bild: pixabay/geralt

28.12.2018

Zurück zur Artikelübersicht