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E-Bikes liegen im Trend – aber nicht alles ist erlaubt!

E-Scooter erleben aktuell nicht nur einen Hype, sondern sorgen auch für Schlagzeilen und Chaos in manchen Fußgängerzonen. Bei "Fahrrädern mit Elektromotor“ ist dies anders.

Diese haben sich inzwischen nicht nur etabliert, sondern sind auch weitgehend den Kinderschuhen entwachsen. Da aber auch hier nicht immer alles problemfrei abläuft und es immer wieder zu Missverständnissen kommt, seien einige der wichtigsten Punkte hier aufgeführt.

Versicherungspflicht und Betriebserlaubnis
Anders als beim E-Scooter, dessen zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h begrenzt ist, dürfen Pedelecs auch schneller gefahren werden. Allerdings schaltet sich der Elektromotor, der bis zu 250 W stark sein darf, ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h ab.

Anders ist dies bei E-Bikes, die auch ohne Tretunterstützung fahren. E-Bikes benötigen eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und es besteht Helmpflicht. Radwege dürfen nur benutzt werden, wenn sie ausdrücklich freigegeben sind.

Die „Königsklasse“ stellen E-Bikes und S-Pedelecs dar, bei denen die Höchstgeschwindigkeit 45 km/h beträgt. Wie beim „normalen“, so funktioniert der Motor auch beim S-Pedelec nur mit Tretunterstützung, während das E-Bike bis 45 km/h ohne Unterstützung beschleunigen darf. Die Leistung des Motors darf bei beiden 500 Watt betragen. Die Betriebserlaubnis ist hier ebenso obligatorisch, wie das Versicherungskennzeichen.

Fahrerlaubnis und Helmpflicht
Ob ein Pedelec mit oder ohne Prüfbescheinigung gefahren werden darf, hängt vom Alter des Fahrers sowie davon ab, ob es mit einer Anfahrhilfe ausgestattet ist oder nicht. Pedelecs ohne Anfahrhilfe dürfen ohne Prüfbescheinigung gefahren. Wenn sie allerdings über eine Anfahrhilfe verfügen, gelten sie nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kraftfahrzeug. Personen, die nach dem 01.04.1965 geboren worden sind, benötigen eine Mofa-Prüfbescheinigung.
Wer ein S-Pedelec oder Ein e-Bike mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h fahren möchte, muss nicht nur das 16te Lebensjahr vollendet haben, sondern auch mindestens im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse AM sein.

Die Helmpflicht besteht derzeit bei E-Bikes ab einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h sowie für S-Pedelecs. Für Pedelecs und E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, ist ein Fahrradhelm empfehlenswert.

Vorsicht bei technischen Eingriffen!
Wer die erreichbare Höchstgeschwindigkeit durch technische Eingriffe heraufsetzt, verändert in der Regel auch die Bauart, so dass eine Betriebserlaubnis erforderlich wäre. 

Wer auf einem derart frisierten E-Bike erwischt wird, muss mit nicht nur mit einer Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Auch führerscheinrechtlich drohen Konsequenzen, selbst für denjenigen, der noch keinen Führerschein hat. Es drohen Sperrfristen von 6 Monaten bis zu 5 Jahren; im Extremfall sogar auf Lebenszeit.

Was ist mit Alkohol?
Während die zulässige Blutalkoholkonzentration für Fahrradfahrer bei 1,6 Promille liegt, gelten für E-Bikes und S-Pedelecs dieselben Grenzen wie für Auto- oder Motorradfahrerfahrer. Ab 0,5 Promille gilt die Fahrt als Ordnungswidrigkeit wer mit mehr als 1,1 Promille am Lenker erwischt wird muss mit einem Strafverfahren rechnen. Wenn es unter Alkoholeinfluss zu einem Unfall kommt, können strafrechtliche Konsequenzen bereits ab einer Grenze von 0,3 Promille drohen.

 

 

 

Foto: Pollizeiinspektion Delmenhorst / Oldenburg

17.07.2019

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