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Verkehr & Recht

Dürfen schwere LKW die äußere linke Spur befahren?

Auf Autobahnen und mehrspurig ausgebauten Landstraßen sieht man immer wieder Mittelspurfahrer oder LKW auf der äußersten linken Spur fahren. Der Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Rechtslage. Er zeigt auf, wann und warum auch schwere LKW ganz links fahren dürfen.

Die Grundregel: § 7 Abs. 1 S. 1 StVO

Auf Straßen mit mehreren Fahrbahnen für eine Richtung gilt grundsätzlich das Rechtsfahrgebot, d.h. es ist grundsätzlich der äußere rechte Fahrstreifen zu benutzen.

Wo allerdings – außerhalb geschlossener Ortschaften - drei Fahrstreifen mit Zeichen 340 (Leitlinie) für eine Richtung gekennzeichnet sind, dürfen Kraftfahrzeuge den mittleren Fahrstreifen dort durchgängig befahren, wo - auch nur hin und wieder - rechts davon ein Fahrzeug hält oder fährt.

Dasselbe gilt auf Fahrbahnen mit mehr als drei so markierten Fahrstreifen für eine Richtung, für den zweiten Fahrstreifen von rechts (§ 7 Abs. 3 c S. 1 u. 2 StVO).

Regeln für Lastkraftwagen

Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t dürfen - außerhalb geschlossener Ortschaften, wenn drei oder mehr Fahrstreifen gekennzeichnet sind - den linken Fahrstreifen grundsätzlich nur dort benutzen, wo sie sich zum Zwecke des Linksabbiegens einordnen (§ 7 Abs. 3 c S. 2 StVO).

Die Regelung gilt einheitlich für alle Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften, also auch für Autobahnen, obwohl ein Linksabbiegen dort grundsätzlich nicht vorgesehen ist. 

Wo sich eine Autobahn teilt, dürfen Lastkraftwagen und Gespanne ebenfalls äußerst links fahren, wenn die neue Fahrtrichtung nur über die äußerst linke Spur erreicht werden kann.

Dass Lastkraftwagen und Züge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t, den äußeren linken Fahrstreifen auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen nicht benutzen dürfen, wenn die Sichtweite aufgrund von erheblichem Schneefall oder Regen 50 m oder weniger beträgt sowie bei Schneeglätte oder Glatteis (§ 18 Abs. 11 StVO), steht dem nicht entgegen.


Welche Bußgelder können drohen?

Für Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot durch das Nichtbenutzen der rechten Fahrbahnseite, sieht die Bußgeldkatalogverordnung Verwarnungsgelder zwischen 15 und 80 Euro vor. 

Dies gilt allerdings nur für folgenlose Verstöße. Wenn der Verstoß mit einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer verbunden oder wenn es gar einem Unfall gekommen ist, drohen Bußgelder zwischen 80 und 100 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Auch hier gilt: Derjenige, dem Punkte oder gar ein Fahrverbot drohen, sollte nicht auf eigene Faust versuchen die Kuh vom Eis zu kriegen, sondern die Sache in die Hände eines fachkundigen Anwalts legen. Es ist immer wieder erstaunlich, was - selbst in angeblich aussichtslosen Fällen - mit anwaltlicher Unterstützung möglich ist.

03.09.2019

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