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Betrunken hinterm Steuer? Auch für Skipper gelten Grenzen

Trinkfeste Haudegen hinterm Steuerrad gehören längst zum Seemannsgarn. Wer heutzutage auf einem Schiff oder Boot das Ruder – und damit auch die Verantwortung – in der Hand hat, muss sich an Promillegrenzen halten. Ob als Kapitän eines Containerschiffes, Skipper eines Riesenliners oder als Freizeitsportler im Paddelboot: Wer zu tief ins Glas geschaut hat, dem drohen Konsequenzen.

Die Grenzen

Ob auf Binnenschifffahrtsstraßen wie Rhein, Main, Donau oder : Auf allen Wasserstraßen gilt die 0,5 Promillegrenze. Wer diesen Wert erreicht oder gar überschreitet, darf kein Fahrzeug mehr führen. Doch auch unterhalb dieser Grenze ist kann das Führen von Fahrzeugen untersagt sein. Wer bei bereits 0,3 Promille zusammen mit Ausfallerscheinungen aufweist, sollte sich nicht mehr ans Steuer begeben. Das gilt einheitlich auf allen Wasserstraßen.

Maßgeblich ist dabei jedoch nicht nur der Blutalkoholwert zum Zeitpunkt der Messung, sondern die Alkoholmenge im Körper, wenn sie zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt. Wer als Schiffsführer eines Fahrgastschiffes oder Tankschiffes sowie Schub- und Schleppverbandes seinen Dienst erfüllt, darf weder während der Dienstzeit zum Glas greifen, noch den Dienst unter Alkoholeinfluss antreten. Entsprechendes gilt für die Schiffsbesatzung zum Brückendienst.

Wer sich nicht an diese Grenzen hält, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit, unter Umständen sogar eine Straftat.

Mögliche Konsequenzen

Der einfache Verstoß gegen die 0,5 Promillegrenze wird bereits mit 350 bis 2.500 Euro geahndet. Wer trotz entsprechender körperlicher oder geistiger Ausfallerscheinungen oder mit mehr als 0,5 Promille ein Fahrzeug führt oder andere Tätigkeiten auf der Brücke ausübt, muss mit mindestens 750 und bis zu 2.500 Euro rechnen.

Wer die 1,1 Promillegrenze überschreitet, ist absolut Fahruntüchtig und macht sich sogar strafbar (§ 316 StGB) und muss mit einer Geldstrafe oder gar Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Kommt es dabei sogar zu einer Gefährdung des Schiffsverkehrs (§ 315a StGB), kann die Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre betragen.

Zudem kann der Sportbootführerschein oder gar das Kapitänspatent entzogen werden. Einziger Lichtblick: Das OLG Brandenburg hat mit Urteil vom 16.04.2008 (Az.: 1 Ss 21/08) entschieden, dass die §§ 69, 69a StGB keine Anwendung finden, so dass der Kfz-Führerschein nicht entzogen werden kann.

Kanzlei Voigt Praxistipp

Um die Sicherheit anderer und auch das eigene Wohlergehen nicht zu gefährden, sind die Alkoholgrenzen einzuhalten. Sollte wider Erwarten auch der Pkw-Führerschein einkassiert werden, sollte frühzeitig ein erfahrener Rechtsbeistand aufgesucht werden, um die Angelegenheit schnellstmöglich zu klären. Die versierten Rechtsanwälte der ETL-Kanzlei Voigt stehen Ihnen gerne zur Seite.

01.06.2018

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