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Auch Sahnetorten müssen gesichert werden!

Torte heil - Autos kaputt! Ein Autofahrer wollte eine Sahnetorte retten und prallte gegen einen geparkten Pkw.

Dass ein Autofahrer mit einer Sahnetorte zu einer Verabredung fährt, ist ein alltäglicher Vorgang und bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Dies gilt auf dann, wenn besagte Torte nicht im Koffer- sondern im Fahrgastraum transportiert wird. Eher ungewöhnlich ist es hingegen, dass die Torte ungesichert auf dem Armaturenbrett liegend transportiert wird, so dass sie herunterzufallen und sowohl zerstört werden als auch das Auto verschmieren kann.

Die Torte gerettet, ein anderes Auto beschädigt

Ärgerlich wird es, wenn der Autofahrer zwar die Torte retten kann aber aufgrund der Rettungshandlung mit einem parkenden Fahrzeug kollidiert, wie dies im Februar 2019 einem Autofahrer aus Düren geschah. Die Folge waren erhebliche Schäden, sowohl am Transport- als auch an einem abgestellten Fahrzeug. Für diese hat die Haftpflichtversicherung des unfallverursachenden Fahrzeugs aufzukommen.

Ob dieses Fahrzeug vollkaskoversichert war und ob der Versicherer den Ersatz des unfallbedingten Schadens mit dem Hinweis auf ein grob fahrlässiges Verhalten des Fahrzeugführers verweigert hat, ist diesseits nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass ein Versicherungsnehmer sich nur dann grob fahrlässig verhält, "wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt und unbeachtet lässt, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen." (vgl. BGH, Urt. v. 29.01.2003, Az. IV ZR 173/01).

Dass die unterlassene Sicherung einer Torte als ein "in subjektiver Hinsicht unentschuldbares Fehlverhalten gewertet werden kann, das ein gewöhnliches Maß erheblich übersteigt" (BGH, Urteil vom 18. Dezember 1996 - IV ZR 321/95), so dass eine Entschädigung ausgeschlossen sein kann dürfte indes eher fraglich sein.

Unzureichende Ladungssicherung kann teuer werden!

Außer Frage steht jedoch, dass gemäß § 22 StVO - egal ob es sich um Sahnetorten oder anderes Ladegut handelt – mit Fahrzeugen oder Anhängern transportierte Güter verkehrssicher zu verstauen oder gegen Verrutschen, Umfallen, Hin- und Herrollen oder Herabfallen besonders zu sichern sind.
Wer dies unterlässt, handelt gemäß § 49 StVO ordnungswidrig im Sinne von § 24 StVG und muss ggf. mit Konsequenzen rechnen.

Diese können - je nachdem, ob die Ladung „nur“ nicht hinreichend gesichert war oder es zu einem Unfall gekommen ist - in einer Geldbuße zwischen 35 und 75 Euro sowie einem Punkt im Fahreignungsregister bestehen.

Für Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe gilt unzureichende Ladungssicherung als Verstoß der Kategorie "B".


Foto. Polizei Düren 

 

 

04.06.2019

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