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Verkehr & Recht

Abstandsverstoß: Fahrverbot nicht zwingend (AG Landstuhl, Urteil vom 22.02.2016 – Az. 2 OWi 4286 Js 14527/15)

Im Straßenverkehr gilt grundsätzlich: Ausreichend Abstand zum Vordermann halten! In der Regel sollte der Abstand so groß sein, dass das eigene Fahrzeug hinter dem Vordermann zum Stehen gebracht werden kann, falls dieser plötzlich bremst (vergleiche § 4 Abs. 1 StVO). Für Autobahnen gilt dabei als Faustregel der halbe Tachowert in Metern. Wird dieser deutlich unterschritten, droh neben dem Verwarn- oder Bußgeld auch noch ein Fahrverbot. Dass dies nicht zwingend ist, zeigt das Amtsgericht Landstuhl.

Regelbuße: 160 Euro und ein Monat Fahrverbot

Ohne ersichtlichen Grund drosselte ein Autofahrer seine Geschwindigkeit von 130 km/h auf 122 km/h und blieb dabei auf der linken der drei Fahrspuren, obwohl die mittlere Fahrspur frei war. Der nachfolgende Fahrer reagierte auf dieses Fahrmanöver nicht richtig und fuhr dadurch deutlich zu nah auf. Mit der gefahrenen Geschwindigkeit hätten es 59 m Abstand sein sollen. Die Brückenabstandsmessung registrierte lediglich 17,4 m. Der Hintermann verstieß damit in erheblichem Maße gegen §§ 1 Abs. 2 und 2 Abs. 1 StVO.

Dem „Drängler“ drohten eine Regelgeldbuße von 160 Euro und 1 Monat Fahrverbot.

Fahrverhalten des Vordermannes als mildernde Umstände

Aufgrund des Fahrverhaltens des vorausfahrenden Autofahrers erkannte das Gericht mildernde Umstände an: Der nachfolgende Fahrer konnte die linke Fahrspur nicht in vollem Umfang nutzen, da der Vordermann sie stur in Beschlag nahm. Weil er seine Geschwindigkeit – auf der linken Fahrspur – drosselte, hätte der vorausfahrende Fahrer auf die freie mittlere Fahrspur wechseln sollen, was er nicht tat. Damit war für das Gericht der Vordermann mitursächlich für das Auffahren. Andererseits hatte der nachfolgende Fahrer 10 Sekunden Zeit, um den Abstand durch sein Fahrverhalten aktiv zu vergrößern.

Fahrer gab sich einsichtig

Auf den Messbildern war der Fahrer nur schemenhaft zu erkenne. Dennoch räumte er sofort seine Fahrereigenschaft ein. Den Einspruch gegen den Bescheid hatte der Fahrer lediglich auf die Rechtsfolgen beschränkt. Auch dies kam ihm zu Gute und so bestand für ein Fahrverbot keine Notwendigkeit aus Sicht des Gerichts. Der Fahrer kam mit einer Geldbuße von 500 Euro davon.

Guter Rat

Um das beste aus der Situation zu holen – insbesondere, wenn Sie auf Ihren Führerschein angewiesen sind – ist es ratsam sich fachkundig beraten zu lassen. Was Ihnen in der Regel droht, können Sie mit unserem praktischen Bußgeldrechner ermitteln.

30.01.2017

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